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Der Fußabdruck des Teufels in der Münchner Frauenkirche

Teufelstritt
Teufelstritt (18.07.2022) © Thomas Irlbeck

Papst Franziskus spricht derzeit auffällig oft von ihm – vom Teufel. So oft, dass schon böse Gerüchte die Runde machen, dass sich Papst Franziskus bald einem Exorzismus unterziehen müsse.

Gibt es den Teufel aber wirklich? Offenbar ja, denn er hat immerhin in der Münchner Frauenkirche (geweiht 1492; auch als Liebfrauendom bekannt) einen Fußabdruck hinterlassen, den sogenannten Teufelstritt, der auch „Schwarzer Tritt“ genannt wird.

Die Schuhgröße des Teufels lässt sich also ermitteln. 43 beträgt sie. Der Teufel hat folglich auch menschliche Züge, wen wundert es? An der Ferse ist ein auffälliger Sporn zu sehen. Aber irgendwo muss sich der Teufelsfuß ja von einem normalen menschlichen Fuß unterscheiden.

Münchner Frauenkirche
Münchner Frauenkirche (18.07.2022) © Thomas Irlbeck

Sage #1: Der Neid des Teufels

Zur Entstehung des Teufelstritts gibt es mehrere Sagen. Eine handelt davon, dass der Teufel als Gegenspieler von Gott – wenig überraschend – keine Gotteshäuser mag. Logisch, denn die heißen ja nicht Teufelshäuser. Daher wollte der Teufel die Münchner Frauenkirche gleich nach dem Bau – und noch vor der Weihe – zerstören. Der Teufel betrat die Kirche durch den Haupteingang. Als er sah, dass die Kirche keine Fenster hatte, fing er laut zu lachen an und stampfte auf den Boden. Er hinterließ den bekannten Fußabdruck. Was der Teufel aber nicht wusste, er war so ungünstig gestanden, dass sämtliche Fenster von Säulen verdeckt waren. Nach der Weihe der Kirche bemerkte der Teufel seinen Fauxpas und sah von außen, dass die Kirche sehr wohl Fenster hatte. Wütend verwandelte sich der Teufel in einen heftigen Wind (nun ist seine Schuhgröße obsolet) und versuchte die Kirche zum Einstürzen zu bringen. Das gelang ihm nicht. Doch bis heute soll es seltsame Winde um die Kirche herum geben, die ein Widerhall des teuflischen Windes sein sollen. Aber die Kirche steht bis heute.

Teufelstritt
Teufelstritt (18.07.2022) © Thomas Irlbeck
Teufelstritt
Teufelstritt (18.07.2022) © Thomas Irlbeck

Sage #2: Pakt mit dem Teufel

Eine andere Sage greift den Pakt mit dem Teufel auf. Also eine Variante von Goethes Faust oder Rosemaries Baby. Konkret hat der Kirchenbaumeister Jörg Ganghofer den Teufel um Hilfe gebeten, damit dieser ihm beim Bau der Kirche unterstützt. Warum auch nicht? Hochtief und Max Bögl gab es damals ja noch nicht. Als Preis verlangte der Teufel eine Menschenseele, konkret die Seele der Person, die als erste die Kirche nach Fertigstellung betritt. Nach Eröffnung der Kirche strömten die Leute in die Kirche. Nun wollte der Teufel seinen gerechten Lohn abholen. Der Baumeister wiegelte aber ab. Die Arbeit des Teufels hätte große Mängel, sagte er. Konkret hätte der Teufel sämtliche Fenster vergessen. Der Teufel soll also gewissermaßen eine Art Vorläufer des BER zusammengeschustert haben. Nun schwand die kreative Kraft der Sagenbegründer und die Geschichte geht ähnlich weiter wie die vorherige. Im Unterschied zur vorigen Sage war der Teufel natürlich wütend und rief „Was zum Teufel?“ Daraufhin stampfte er entsprechend auf den Boden und hinterließ den Fußabdruck, dann kam die Sache mit dem Wind.

Hintergrund der Sagen

Nach der Barockisierung ab 1620 und vor der Neugotisierung der Kirche (die dann zum Dom wurde) konnte man tatsächlich von der Teufels-Position keine Fenster sehen. Entsprechend sind wohl in dieser Zeit diese Sagen entstanden.

Nach der Barockisierung der Kirche ab 1620 war das einzige Fenster, das man beim Eintritt hätte sehen können, vom Bennobogen, einer Art barocken Lettner, und durch den Hochaltar verdeckt. Im Rahmen der Neugotisierung, bei der die Kirche zum Dom wurde, wurden Bennobogen und Hochaltar abgebaut. Die Sagen dürften entsprechend in dieser Zeit entstanden sein.

Es gibt einige weitere Varianten der Sagen, auch eine solche, bei der der Teufel die Fenster von Anfang an abbestellt hatte, aber vom Baumeister geprellt worden war, der doch Fenster eingesetzt hatte.

Wessen Fuß ist hier wirklich zu sehen?

Wem gehört aber der Fußabdruck? Es ist anzunehmen, dass hier ein Zimmermann seinen Fußabdruck verewigt hat. Die weltliche Erklärung ist unspektakulär, aber vielleicht war der Zimmermann ja wenigstens vom Teufel besessen.

Eine Antwort auf „Der Fußabdruck des Teufels in der Münchner Frauenkirche“

Wem gehört aber der Fußabdruck? Ganz klar, er gehört Donald Trump. Der hat einen Fersensporn und ist des Teufels. Bauunternehmer ist er auch. Im Jahre 1492 war er noch nicht nach Amerika ausgewandert.

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