Am 3. Mai 1922, auch wie heute ein Dienstag, da stand das letzte Mal ein riesige weiße Rauchwolke über dem Wendelstein, dem einzigen Vulkan in unseren Alpen. Der Überlieferung nach soll ungefähr alle 100 Jahre ein neuer Ausbruch bevor stehen.
Das ist natürlich frei erfunden. Das Foto mit der Wolkenformation über dem Berg ist gestern entstanden, aber auf alt getrimmt worden. Von einem Vulkan ist auch eher nichts bekannt.
Für mich als Bewohner der Hochhaus-Satellitenstadt München Neuperlach war der Gedanke, dass es ganz in der Nähe einen Steinkreis geben soll, der an Stonehenge erinner, sehr abenteuerlich, zumal ich noch nie von so etwas gehört hatte. Aber ich bekam den Tipp, doch, so etwas existiere wirklich. Also habe ich mich an den Ort begeben. Unweit des U-Bahnbetriebshofes in Neuperlach Süd im Rockinger Wald, der bereits zu Waldperlach gehört, findet sich so ein Steinkreis. Genau genommen sind es sogar zwei, die nur wenige Meter auseinanderliegen. Einer besteht aus sieben aufrecht stehenden Steinen (im Folgenden „Hauptsteinkreis“ genannt), beim anderen sind die Steine in den Boden eingelassen („Bodensteinkreis“).
Beide Steinkreise sind natürlich nicht so imposant wie das Original. Der Hauptsteinkreis erinnert auch nur ganz entfernt an Stonehenge. Nicht nur in der Größe und der Steinanzahl liegt der Unterschied, sondern es fehlen bei der Kopie auch waagrecht angebrachte Steine.
Schön anzuschauen sind die Steinkreise aber allemal. Es ist ein netter Ort für eine kleine Sause oder zum Meditieren.
Entstehung der Steinkreise
Google Maps gibt den Hauptsteinkreis als „Keltischen Steinkreis“ aus, der Bodensteinkreis ist nicht eingezeichnet. OpenStreetMap kannte bei der Erstellung dieses Artikels beide Steinkreise nicht.
Im Netz findet sich praktisch nichts zur Entstehung und zur Geschichte, nicht einmal das Entstehungsjahr. Es darf getrost angenommen werden, dass es sich nicht wie beim Original um eine historische, über 4.000 Jahre altes Anlage aus der Jungsteinzeit mit Ambitionen auf ein frühzeitliches Observatorium handelt, sonst wäre der Ort längst weltberühmt.
Stonehenge. Lizenz: Public Domain
Aber könnte es sich um weniger bedeutende historische Steinkreise handeln, die als Kultort dienten, in Verbindung mit einer Grabanlage stehen oder deren Zweck nebulös bleibt? Solche Steinkreise gibt es nicht nur in Europa eine ganze Reihe, auch in Deutschland, etwa den Boitiner Steintanz in Mecklenburg-Vorpommern, der aus gleich vier Kreisen besteht.
Wohl kaum. Denn die Anlagen sind nicht im Bayerischen Denkmalatlas verzeichnet, der als vollständig und zuverlässig angesehen werden kann. Auch macht die Anlage nicht den Eindruck, antik zu sein. So muss davon ausgegangen werden, dass es sich um eine Kunstaktion handelt. Seltsam ist nur, dass es offenbar keine weiteren Informationen dazu gibt. Das Fehlen einer Entstehungsgeschichte verleiht dem Ort aber auch wieder eine gewisse Mystik.
Umgebungskarte Keltischer Steinkreis. Quelle: OpenStreetMap, bearbeitet durch Mystisch.net, Lizenz: Open Database License 1.0
Der Rockinger Wald, der vereinzelt auch als „Rockinger Park“ bezeichnet wird, gehört zur Grünanlage „Im Gefilde“ und schließt diese vom Süden ab. Besonders bekannt in der Grünanlage ist der beliebte Skatepark.
Die Steinkreise kann man von der U-Bahnbetriebsanlage Neuperlach Süd (der beschrankte Bahnübergang ist ganz in der Nähe) aus erreichen oder über die Grünanlage „Im Gefilde“. Leichter zu finden für nicht Ortskundige ist erstere Variante. Dabei folgt man der Arnold-Sommerfeld-Straße bis zum Abzweig Lise-Meitner-Weg. Ab hier ist der Weg für Autos gesperrt, nur für Fußgehende und Radfahrende ist der Weg frei, die dem Lise-Meitner-Weg bis zum Ende folgen. Von dort aus sind es nur noch wenige Meter auf einem Trampelpfad.
Vielversprechender Versuch, das Rätsel zu lösen
Da das Gelände „Rockinger Wald“ bzw. „Rockinger Park“ heißt, hatte ich eine Idee. Es gibt den Münchner Landschaftsgärtner Andreas Rockinger. Seine Berufskollegen haben in der Nähe in Taufkirchen (also nicht besonders weit entfernt) einen Park angelegt. Meine Idee war nun, dass der Wald nach seinem Vater oder Opa benannt wurde und Andreas Rockinger die beiden Steinkreise realisiert hat. Der Name Rockinger ist ja jetzt nicht gerade häufig anzutreffen.
Dich eine Recherche war ernüchternd. Die Namensgleichheit ist doch ein Zufall. Andreas Rockinger ist für die beiden Steinkreise nicht verantwortlich. Ich bedanke mich bei ihm für die sehr freundliche Antwort. Aber das Rätsel bleibt weiterhin ungelöst.
Das Kuriosum ist, der Bahnhof weist keine Ein- und Ausgänge auf. Es gibt also keine Straßen, die zum Bahnhof führen. Es ist es auch fast unmöglich, den Bahnhof zu Fuß zu erreichen oder zu verlassen, da er nicht einmal durch Trampelpfade erschlossen ist. Der Bahnsteig ist zudem eingezäunt, das Gelände steil und unwegsam. Die Banhofskonstruktion ist an einer Klippe gebaut und wird mit einer Reihe von Beton- und Stahlelementen von unten gestützt.
Allenfalls kann man sich mit einem abenteuerlichen Sprung in den Fluss davonmachen. Das ist aber eher nicht der Zweck. Vielmehr dient der Bahnhof dazu, eine Pause einzulegen und auf der Aussichtsplattform den Blick auf den Nishiki River und das bewaldete Tal zu genießen. Der Hektik des Alltags zu entfliehen, die Ruhe zu finden, zu entschleunigen, zu meditieren, das ist das Ziel. Nicht der Weg ist das Ziel, der Bahnhof ist das Ziel!
Nur bestimmte Züge halten am Bahnhof. Diese haben dann laut Betreiber 10 bis 15 Minuten Aufenthalt, sodass der Besucher nicht zwingend auf einen der nächsten Züge warten muss, um den ganz besonderen Bahnhof wieder zu verlassen.
Der Bahnhof wurde 2019 eröffnet, die Baukosten betrugen rund 112 Millionen Yen (knapp 900.000 Euro; Stand März 2021). Neben dem eigentlichen Bahnsteig gibt es praktisch nichts, keinen Fahrkartenschalter oder Kiosk, nicht mal einen Fahrkarten- bzw. Getränkeautomaten. Nur die wellenförmige Überdachung ist noch erwähnenswert.
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